Muslimisches Forum Deutschland

Humanisten am Festland der Religion

stillewasser

Chronologie zum neuen Muslimischen Forum welches sich dieser Tage konkludiert und die Islamische Community in Zukunft wohl entscheidend verändern wird.

Aktuelles
Die Säkularisierungsversuche am Islam mit dem Leitbild: Ibn Rushd
Sein oder Nichtsein
Berichte, Interviews&Kommentare

Übersicht
Gründungserklärung
BERLINER THESEN
Initiatoren und Mitglieder
Interessenkonflikte
Fragen nach Details
Fremde und Zaungäste
Realisierung
Ziele

Die Gründungserklärung des „Muslimischen Forum Deutschland
Sie wurde bereits am 11. April 2015 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin verabschiedet:
„Wir sind Menschen, die sich als Bürgerinnen und Bürger Deutschlands und zugleich als Muslime sehen. Wir engagieren uns für das friedliche Zusammenleben in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft und sind der Auffassung, dass dies durch die Achtung der Menschenrechte, der Freiheit und der Demokratie gewährleistet werden kann. Wir sind offen für die Unterstützung aller, die unsere Werte teilen. Dabei gilt der Gleichheitsgrundsatz ungeachtet der Religionszugehörigkeit, des Migrationshintergrunds, der nationalen und ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts und der sexuellen Orientierung.
Wir haben das Ziel, den humanistisch orientierten Muslimen eine Stimme zu verleihen. Muslime werden oft nur auf ihre Religionszugehörigkeit reduziert. Sie werden oft mit den weltweit verbreiteten Gewalttaten anderer in Verbindung gebracht. Sowohl gegen die Stigmatisierung als auch gegen menschenverachtende Handlungen wollen wir als Bürger in Deutschland in jeder Hinsicht aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Verteidigung der Menschenrechte mitwirken.
Der Islam weist vielfältige theologische, kulturelle sowie strukturelle Ausprägungen auf, die von den bestehenden muslimischen Institutionen in Deutschland nicht in Gänze repräsentiert werden. Die Mehrheit der Muslime ist unterrepräsentiert. Deshalb wollen wir mit unserer Aktion der Politik einen weiteren Ansprechpartner anbieten, der die unartikulierten Positionen von Muslimen in Deutschland wiedergibt.
Wir setzen uns ein für die Etablierung eines Islamverständnisses, das mit unseren Grundwerten und der deutschen Lebenswirklichkeit übereinstimmt.
Dieses Islamverständnis soll theologisch fundiert sein und daher dem Selbstverständnis einer bekenntnisgebundenen Sicht auf den Islam gerecht werden und die Rechte und Freiheiten des Individuums wahren. Wir treten weiterhin aktiv gegen jede Form von Intoleranz und für den Schutz von Freiheit ein. Wir verurteilen entschieden jegliche Form der Diskriminierung, Hasspropaganda und menschenverachtenden Äußerungen, die sich gegen einen „Anderen“ richten. Antimuslimische, antisemitische, rassistische, deutschenfeindliche und homophobe Stereotypen und andere menschenverachtende Hassideologien lehnen wir ab. Sowohl Drangsalierung als auch der Hass auf den „Westen“, bzw. jede Form religiös oder ideologisch motivierter Gewalt müssen friedlich bekämpft werden. Weiterhin sollen Klischees, Zuschreibungen und Feindbilder aus den Herkunftsländern aufgearbeitet werden.
Gleichzeitig sollen Rede- und Meinungsfreiheit geschützt und gefördert werden. Offene Diskussionen über kulturelle Unterschiede, Unterschiede zwischen den Religionen und über die Rolle der Religion in der Gesellschaft sollten aus falsch verstandener Toleranz, im Sinne aus „Angst zu verletzen“, nicht im Keim erstickt werden. Wir unterstützen und verteidigen beharrlich das Recht eines jeden Individuums, seinen eigenen Glauben bzw. seine Weltanschauung zu haben und öffentlich zu zeigen. Die allgemeinen Menschenrechte, die europäische Menschenrechtskonvention und das deutsche Grundgesetz bilden den Rahmen, innerhalb dessen sich jeder frei bewegen darf. Wir lehnen religiös begründete Traditionen und Gesetze ab, die im Widerspruch zu den Menschenrechten bzw. zum deutschen Gesetz stehen. Wir übernehmen Verantwortung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Wir rufen alle Menschen, vor allem Muslime, die unsere Auffassung teilen und sich für die gegenseitige Anerkennung von Menschen einsetzen wollen, auf, sich uns anzuschließen. Wir rufen die politischen Entscheidungs-träger auf, die muslimische Vielfalt in Deutschland zu berücksichtigen und mit uns zusammenzuarbeiten. Angesichts der aktuellen und in ganz Europa zunehmenden Polarisierung sowie der kulturellen und religiösen Spannungen, ist es gerade heute so wichtig wie nie zuvor, die Würde und die Freiheit des Individuums als unser Fundament zu bekräftigen.
Erstunterzeichner der Erklärung (Initiativkreis des Forums):
– Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster
– Jun.-Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, Direktor des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Tübingen
– Jun.-Prof. Dr. Handan Aksünger, Juniorprofessorin für Alevitentum, Akademie der Weltreligionen an der Universität Hamburg
– Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin, Religionspädagogin und Autorin
– Dr. Marwan Abou Taam, Politikwissenschaftler Dr. Ralph Ghadban, Islamwissenschaftler
– Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe,(Islamkritiker) – „Wir sind nicht eure Kuscheltiere“ (1) (2
Eine kritische Debatte?
Am 09.07.2016 hat taz.de einen Beitrag Ahmad Mansours veröffentlicht. Die Überschrift lautet „Wir sind nicht eure   Kuscheltiere“. Die Prämisse dieses Textes wird in den einleitenden Worten deutlich. Das linksliberale Spektrum tue sich schwer mit kritischen Muslimen. Es erkläre sich zum Beschützer konservativer Muslime und mache sie so zu Opfern.  
– Abderrahmane Ammar, Islamwissenschaftler und Soziologe
– Abdul-Ahmad Rashid, Journalist (ZDF)
– Güner Yasemin Balci, ZDF-Journalistin und Autorin; (Sarrazin-Freundin und Sunniten-Basherin – Sie erlangte durch ihre Migrantenbücher „ArabBoy“ und „ArabQueen“, vor allem aber wegen ihres „Kiez-Spaziergangs“ mit Thilo Sarrazin Bekanntheit -)
– Aladdin Sarhan, Islamwissenschaftler
– Cigdem Toprak, Journalistin, (Broder-Freundin und Springerstift)
Ali Yildiz, Jurist, Christlich-Alevitischer Freundeskreis der CDU (gibt konkludent an, kein Muslim zu sein)
– Düzen Tekkal, Journalistin
– Inass Al-Jawari, Studentin
Zum kommissarischen Sprecher des Forums wurde Abdul-Ahmad Rashid (ZDF) bestimmt.

„Die Idee gab es schon seit mehreren Jahren, jetzt haben wir uns gefunden“, sagt Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, der „Welt“. „Wir wollen die Vielfalt des Islam sichtbarer machen. Der Islam ist bunt und hat viele Gesichter, die Politik aber neigt dazu, unsere Religion sehr homogen zu erfassen. Das wollen wir ändern.“
Und Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und Ex-Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hält das Forum gar für eine Bereicherung: „Durch die Betonung individueller Freiheitsrechte und durch das klare Bekenntnis zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und der europäischen Menschenrechtskonvention gibt dieses Forum einer großen Mehrheit von Muslimen in Deutschland eine Stimme.“  


Berliner Thesen

BPK – “Berliner Thesen zur Debatte um den Islam” Muslimisches Forum Deutschland – 02.10.2015
  1. Der Islam ist keineswegs abgeschlossen, er unterliegt einem ständigen Entwicklungsprozess. Von diesem sind weder islamische Grundsätze noch religiöse Rituale betroffen, da diese nicht dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen.
  2. Im Exklusivismus liegt eine Grundlage für Gewalt. Dass Gott die Wahrheit ist, soll gerade die Wahrheit vor Vereinnahmung durch den Menschen schützen und den Menschen zur Bescheidenheit aufrufen, ein Suchender zu bleiben, der die Wahrheit mit dem Wissen anstrebt, sich ihr annähern, sie aber nie besitzen zu können. Wahrheiten von oben aufzuzwingen, widerspricht dem Geist eines humanistischen Islams, der den Menschen zum freien Menschen macht, der sich von sich aus öffnet.
  3. Der Koran muss in seinem historischen Kontext gelesen und verstanden werden. Der Koran wurde diskursiv verkündet und kann daher auch nur im Diskurs verstanden werden. Ohne den historischen Kontext der Verkündung des Korans im siebten Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel zu berücksichtigen, kann der Koran nur missverstanden werden. Heute müssen neben den klassischen auch moderne Methoden wie die historisch-kritische Methode in der Auseinandersetzung mit dem Koran und der Sunna ernst genommen werden.
  4. Wir sind für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, auch in Bezug auf das Tragen/Ablegen des Kopftuches. Bei der Ausübung von Berufen in diesem Zusammenhang orientieren wir uns am geltenden Recht. Jedoch lehnen wir das Tragen des Kopftuches bei Kindern ab.
  5. Wir stehen für die Erziehung zum selbstbestimmten Leben, auch hinsichtlich Sexualität und lehnen patriarchalische Strukturen ab.
  6. Schwimmunterricht, Klassenfahrten und Sexualkunde sind Teil des schulischen Bildungsauftrages.
  7. Wir sind für die Trennung von Religion und Politik. Nur dadurch kann sich eine Diskurskultur manifestieren, die das demokratische Bewusstsein stärkt und zugleich die Religion vor Missbrauch durch die Politik schützt.
  8. Menschenverachtende Islamverständnisse – wie bspw. der Salafismus – sind mit der Werteordnung einer säkularisierten Gesellschaft nicht vereinbar.
  9. Toleranz gegenüber gewalttätigen Fanatikern ist inakzeptabel.
  10. Antimuslimische, antisemitische, rassistische, deutschenfeindliche und homophobe Stereotypen und andere menschenverachtende Hassideologien lehnen wir ab. Sowohl Drangsalierung als auch der Hass auf den „Westen“, bzw. jede Form religiös oder ideologisch motivierter Gewalt müssen friedlich bekämpft werden. Weiterhin sollen Klischees, Zuschreibungen und Feindbilder aus den Herkunftsländern aufgearbeitet werden.
  11. Wir bieten unsere Mitarbeit bei der Entwicklung nachhaltiger Konzepte zum Schutz von Jugendlichen vor Extremismus an.
  12. Wir fordern die Stärkung der Medienkompetenz der Muslime und verurteilen Hassreden in den sozialen Medien.
  13. Wir setzen uns ein für die Förderung einer kritischen Diskussions- und Streitkultur unter muslimischen Jugendlichen.
  14. Wir appellieren für differenzierte Berichterstattung, die die Vielfalt des muslimischen Lebens in Deutschland abbildet.
  15. Wir fordern dringend die Entwicklung von Konzepten zur nachhaltigen Vermittlung von Normen, die auf dem gesamtgesellschaftlichen Konsens basieren und das Grundgesetz zur Grundlage haben.
  16. Wir fordern den Schutz von religiösen Minderheiten sowie von Frauen und Kindern in den Flüchtlingsunterkünften durch den Staat.
  17. Die Flüchtlingsunterbringung muss professionalisiert werden und im Einklang mit den Prinzipien des Grundgesetzes sowie der Menschenrechte stehen.      PDF

Initiatoren und Mitglieder
Was bisher zur Identität des Personenkreises bekannt wurde, ist das laut KAS-Initiatoren (Weniger bekannt ist die Zusammenarbeit der KAS mit fundamentalistischen Hardcore-Evangelikalen der „Evangelischen Allianz“. Die radikalen Evangelikalen stemmen sich gegen Emanzipation und Evolutionslehre, Abtreibung, Pornografie, Homosexualität und den Islam. Das sittliche Fundament ist Ihnen wichtiger als das Regelwerk der Demokratie. Der Unterschied zu den Salafisten tendiert gegen Null. Die radikalen Evangelikalen betreiben ein ganzes Netzwerk aus Zeitschriften, Nachrichtenagenturen, Fernsehsendern und Radiostationen, sie beschäftigen eigene Lobbyisten und PR-Kräfte. Führende Vertreter der Deutschen Evangelischen Allianz kommen in der rechtsnationalen „Jungen Freiheit“ zu Wort.) es sich bei den 15 Erstunterzeichnern vor allem um liberale Muslime handelt, die mit den konservativen Strömungen und Ansichten in den Verbänden Probleme haben und teilweise auch von ihnen abgelehnt werden.
Die Basis steht unter der Federführung von Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster der den spirituellen Segen diesem Unternehmens erteilt.

„Wir gründen keine Moscheen, wir rollen keine Gebetsteppiche aus, wir wollen den Islam gesprächsfähig machen“ sagt Lamya Kaddor. Dies ist eine Interessenvertretung liberaler Muslime, jedoch ganz klar: Es ist keine Religionsgemeinschaft, somit auch keine Alternative zu den Moscheeverbänden, sondern eine zusätzliche Vertretung.
„Wir setzen uns ein für die Etablierung eines Islamverständnisses, das mit unseren Grundwerten und der deutschen Lebenswirklichkeit übereinstimmt“, heißt es in der Gründungserklärung. Dies entspricht Erwartungen an einen gemäßigten „Euro-Islam“, der westliche Grundwerte nicht als Gegensatz zum Islam sieht.

Das MFD setzt damit ein Signal, so lautet es bei dem Artikel in der WELT. Seine Mitglieder wollen die Deutungshoheit über muslimisches Leben und Empfinden in der Bundesrepublik nicht mehr den konservativen Verbänden überlassen.
Dahinter verbirgt sich u.a. die Organisation „Liberal-Islamischer Bund (progressiv – offen – inklusiv – dogmenfrei) “ in welchem ein Zeichen der Spaltung in der Community erweckt wird, mit dem Zweck man sei besser, man sei liberaler und demokratiefähiger. Damit wird im Grunde den anderen unterstellt, man sei nicht so.
Lautstark und aus eigenem Antrieb heraus wird LIB-Leiterin, Religionspädagogin und Autorin Lamya Kaddor die Segel im Winde des Beifallsturmes gleiten lassen, und u.a. wohl auch ihren LIB-Verein dadurch aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und zu expandieren suchen. So kann man dadurch dem gemeinsam Gehör verschaffen, genauso wie in der Gründungserklärung beschreiben wird, als das Ziel, den „humanistisch orientierten Muslimen eine Stimme zu verleihen“. Auf diesem Weg möchten sie sich als Bürger in Deutschland aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Verteidigung der Menschenrechte beteiligen.
Ideengeber dessen ganzen war der palästinensisch-israelische Psychologe, Autor und Islamismus-Experte Ahmad Mansour aus Berlin, der hier und da auch gerne mal Flaschenpost empfängt, und die angebotene Hilfe zur Infrastruktur durch die Konrad-Adenauer-Stiftung entgegen nahm. So freut man sich dass die KAS einen Beitrag dazu leistet, Personen des öffentlichen Lebens verschiedener Glaubensausrichtungen in diesem Forum zu vereinen. Doch gerade die personelle Zusammensetzung des MFD soll den Unterschied deutlich machen. So zählen neben islamischen Theologen, Wissenschaftler, Pädagogen und Journalisten, in ihrer ethnischen und religiösen Vielfalt auch Sunniten und Schiiten und auch Aleviten, Yeziden und sogar christliche Unterstützer zu den Teilnehmern des Unternehmens, welche sich vehement für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.
Sie sind sie zum größten Teil durchaus als „fundamentalistisch-liberal“ zu bezeichnen, und erstaunlicherweise einige der Erstunterzeichner in der Vergangenheit selbst mit islamfeindlichen Ressentiments in Erscheinung traten und gar menschen- und muslimverachtende Positionen vertreten haben, so Akif Sahin.  

Interessenkonflikte
Auch stellt sich die Frage, ob es nicht zu weiteren Interessenkonflikten kommen kann. Sicherlich sind die Personen im Forum allesamt „nur privat“ dort engagiert. Sie haben aber Arbeitgeber. Was ist wenn diese, wie beispielsweise das LKA im Fall von Marwan Abou Taam, Einfluss auf die Arbeit des Forums nehmen wollen? Ist es zudem überhaupt möglich Ansichten zu vertreten, die den Ansichten der Arbeitgeber widersprechen? Zum Beispiel in Fragen zu dem Thema Extremismus? Oder in theologischen Fragen?
So stellt sich auch im Fall von Khorchide und Toprakyaran die Frage, ob sie mit ihrem Engagement nicht eine neue existenzielle Frage für die weiterhin im Bau befindliche Islamische Theologie an den Universitäten aufwerfen. Geht das überhaupt Professor einer bekenntnisorientierten Fachrichtung zu sein und zugleich sich in einem Forum zu engagieren, dass dies in Frage stellt? Wirkt sich das beispielsweise auch auf den Streit zwischen Khorchide und KRM aus? Ist dieser überhaupt geklärt, oder wird man jetzt neue Streitpunkte haben? Hat man den Beirat in Münster einberufen? Wie stehen die Verbände zu einem Engagement in einem Gremium, dass eindeutig gegen sie ein neues Gewicht darstellen möchte? Dies sind nach Akif Sahin alles Fragen, die offen stehen.
„Beste islamische Vielfalt“ dieser Mischung wie ihr kommissarische Sprecher und ZDF-Journalist Abdul-Ahmad Rashid („Der mediale Auftritt kam sicherlich etwas zu früh“) meint, was traditionellen Muslimen wohl Bauchschmerzen bereiten wird. Nur problematisch wird es, wenn ein Journalist wie er, des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (ZDF) ( „Forum am Freitag“ [auch LIB-TV genannt und die muslimische Version des „Wort zum Sonntag“ darstellt] einerseits die Rolle des Sprechers des Forums übernimmt, andererseits aber jede Woche unvoreingenommen und objektiv über das muslimische Gesellschaftsleben berichten soll. Jener muß sich letztendlich dann nicht darüber mokieren, wenn er sich womöglich und dies zu recht den Vorwurf gefallen lassen muß, interessenorientiert in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft, seine Arbeit verrichtet will, um Teilnehmern des neuen Forums eine Bühne zu bieten und letztendlich deswegen irgendwann dadurch über Bord gespült wird.

Noch Problematischer darüber hinaus ist die Tatsache, dass die Adenauer-Stiftung hingeht und einen Prozess unterstützt, der zu einer Herausbildung einer neuen islamischen Struktur führt! Auf der einen Seite sagt man, wir wollen nicht, dass sich die Türkei als Staat in die Religionsangelegenheiten der Muslime einmischt. Und auf der anderen Seite geht eine Stiftung, die einer Partei nahe steht, hin und unterstützt einen solchen Prozess. Zurecht betitelt die IZ aus Berlin auf Twitter „Ein mit Steuergeldern betriebe Religionsstiftung“ Das ist nicht vereinbar mit dem Prinzip der Trennung von Staat und Religion in Deutschland, so wie Dr. Thomas Lemmen Experte für christlich-islamischen Dialog im Erzbistum Köln, im domradio.de- weiter betonte.

KAS reagiert nicht auf Fragen nach Details zum „Muslimischen Forums Deutschland“

Eren Güvercin, 24th Apr 2015 from TwitLonger

Eine offizielle Presseanfrage meinerseits an die Konrad-Adenauer-Stiftung mit den unten aufgelisteten Fragen nach Details der Kooperation zwischen der KAS und dem „Muslimischem Forum Deutschland“ wird einfach nicht beantwortet. Keine Antwort ist auch eine Antwort, und sagt viel über die Transparenz aus. Ein Initiator des MFD’s hat allerdings in einer Rundmail an die Moscheegemeinden bestätigt, dass es eine „Anschubsfinanzierung“ durch die KAS gibt. Sollte man sich notieren…

Fragen an die KAS:

1) Was ist der Beitrag der KAS bei der Gründung des MFD’s?
2) Stimmt es, dass es eine Anschubsfinanzierung seitens der KAS gibt? Wenn ja, in welcher Höhe?
3) In der Gründungserklärung heißt es, dass das MFD sich als Ansprechpartner der Politik anbietet. Die KAS als eine Stiftung einer Partei hilft bei der Gründung eines neuen Ansprechpartners. Wie verträgt sich diese Vorgehensweise mit der Trennung von Religion und Politik, dass eine Parteistiftung die Gründung einer muslimischen Struktur unterstützt?
4) Unterstellt die Gründungserklärung nicht, dass die vorhanden muslimischen Vertretungen nicht humanistisch und liberal sein?
5) Wenn man einerseits eine Auslandsfinanzierung kritisiert, aber selber eine Inlandsfinanzierung durch politische Strukturen im Inland vorantreibt, ist das kein Widerspruch? 

Fremde und Zaungäste
In jenem Glaubensbekenntnis: Gründungserklärung des „Muslimischen Forum Deutschland“ genannt, rufen sie alle Menschen, jedoch vor allem Muslime, die ihre Auffassung teilen und sich für die gegenseitige Anerkennung von Menschen einsetzen wollen, auf, sich ihnen anzuschließen“.
Als erste Ansage wird der Humanistische Verband dem Muslimischen Forum Deutschland in Zukunft als Ansprechpartner auf Seiten des areligiösen und konfessionsfreien Teils der deutschen Bevölkerung zur Verfügung stehen, selbst wenn dieser den Name für das Forum sehr unglücklich ausgewählt hat, was sich in der Zusammensetzung des Forums bemerkbar macht. Von einem „muslimischen“ Forum erwartet man wohl, dass es aus Teilnehmern besteht, die sich selbst als Muslime sehen. So sind aber auch Yeziden und Christen in dem Forum vertreten, was gleich daran zweifeln lässt wie Akif Sahin argwöhnt, ob hier auch wirklich muslimische Interessen vertreten werden sollen. Attraktivität sprüht solch ein Werdegang und dessen Gremium ja gerade nicht dabei aus.
Frische Brise dürften z.B all jene geschassten und ins politische Hintertreffen geratenen Randerscheinungen verspüren, wie der Verbandes Demokratisch-Europäischer Muslime
(VDEM) wenn es ihn noch gibt, die Bahá’í-Sekte die für ihre Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts ringt, ja selbst der Zentralrat der Ex-Muslime wird sich den Kopf deswegen zerbrechen müssen, evtl. auch anheuern zu wollen, wenn auch unter dem Banner des Unglaubens zu segeln, was ihnen sicherlich nicht schwer fallen wird.
Nicht auszuschließen ist auch ein Eintritt von Tante EMMA oder die Einführung alljährlicher Schiitischer Passionsspiele mit der zur Schaustellung öffentlicher Auspeitschung eigener Sünder. Dem Verein der Regenbogen-Indianer egal welchen Geschlechts und der sexuellen Orientierung, selbst Geschlechtslose wird die Bahre des Zutritt nicht verwehrt werden und last-not-least wird sich Muhammad Sven Kalisch wieder zu reaktivieren suchen, egal mit was, Hauptsache dass. Der Gender-Jihad wird für den streitbaren Teil stehen, und der Rest wird wohl anderweitig sein Glück versuchen müssen, so dann Schiff ahoi.  

Realisierung
Akif Sahin meint an jener Stelle, das man sie abschließend gar nicht bewerten können., da die Dinge meist in den Hinterzimmern geklärt werden . Auch beim „Muslimischen Forum Deutschland“.
[…] Wenn man den großen Verbänden eines vorwerfen kann, dann ist es ihre Intransparenz. Die Gründung des neuen Forums erfolgte aber auf die gleiche Art und Weise, die so oft kritisiert wird. Ich hätte mir gewünscht bei der Gründung dabei gewesen zu sein, und nicht erst über eine Pressemitteilung darüber zu erfahren. Dies zeigt die Ambitionen eines solchen Gremiums sehr gut.
Sie will Sprachrohr für die schweigende Mehrheit sein, bindet sie aber – wie die Verbände – auch nicht ein. Sie gründet sich einfach und behauptet das zu sein, was sie nicht ist. Die KAS hätte sich meines Erachtens die Mühe sparen können. Denn so wirkt das Ganze wie der verzweifelte Versuch mit aller Macht einen liberalen Verband in Deutschland gründen zu wollen. Teile der CDU und der CSU haben an diesem Projekt schon seit Jahren gearbeitet und vermutlich auch hier mit Denkanstöße für das KAS-Projekt geliefert. Doch genau deswegen wird das Projekt versagen, wie auch andere Projekte vorher. Ein staatlich oder politisch verordneter liberaler Islam kann nicht funktionieren – schon gar nicht in dieser Zusammensetzung.[…]  

Ziele
Für die Zukunft des Forums sieht man indessen keine große Chance, da es ihm an echter Perspektive und an einer soliden Basis fehlt, welches man aber erreichen hätte können. Dafür hätte man sich allerdings davon lösen müssen ein Wurmfortsatz nicht zu Ende gedachter Euro-Islam-Ideen aus den Reihen der CDU/CSU zu sein. So ist man nur ein Konstrukt von Interessen so Sahin weiter, während sich der anderen Seite Visionen und Vorstellungen scheinbar eröffnen: „Eigentlich bräuchten die Muslime eine eigene unabhängige Stiftung“, sagt Lamya Kaddor. Die Adenauer-Stiftung war wichtig, sagt Rashid, „aber jetzt müssen wir selber laufen“. Wohin? Sein Traum sei ja, irgendwann einen großen Muslimtag zu veranstalten, sagt Rashid, ähnlich den Kirchen- und Katholikentagen – „gerne mit den Verbänden“.  


Sein oder Nichtsein
So manch einer macht sich wohl insgeheim Gedanken wer in Zukunft zum MFD an Persönlichkeiten noch hinzustoßen könnte. So soll hier der Versuch unternommen werden einige Beispiele vorzuschlagen, wer evtl. in Frage kommen könnte und wer nicht, Insgeheim oder Offenbar, Allein oder im Doppelpack, frei nach dem Motto: „Kein Zwang im Glauben “

Allen voran der Freiburger Islamwissenschaftler Dr. Abdel-Hakim Ourghi (Ich fühle mich wortwörtlich: geehrt) mit dessen damaligen Vorschlag bog einen theoretischen Weg ein, welcher sein Kollege Mouhanad KhorchidPlag vom ZIT Münster in unseren Tagen praktisch in KAS-Manier ebnen ließ.
Dr. Abdel-Hakim Ourghi jedoch macht seine Vergangenheitsbewältigung zu schaffen und muss somit den Platz unter der Sonne in Kauf nehmen, zumindest vorerst noch. Es werden sicherlich Zeiten anbrechen in denen man jede Seele brauchen kann, auch wenn sie schon einmal abgeschrieben war. Anbiedern kann man sich im Nachhinein noch immer.

In dieser Rolle vermochten Fascho-Hassprediger Hamed Abdel-Samad (Nicht ohne meine Entführung) ex-communicare Muhammad Sven Kalisch (Mich hat es Statistisch und Biologisch gegeben) Ayaan Hirsi Ali (Luther10 ) sowie Salman Rushdie (Die satanische Ferse) und Necla Kelek (Panikmacherin vom Dienst) nicht eingreifen können, zumal dies den Haussegen mächtig in Schieflage versetzen würde. Auch der Verein der Ex-Muslime befindet sich auf dem Abstellgleis, wenn nicht da eine Heiligsprechung dem freie Fahrt gibt, sprich: Totgeglaubte leben länger.

Muslimische Ikonen indes dürften den Freifahrtschein mit Sicherheit inne haben und dazu stoßen, wenn sie es wollen, wie z.B. diverse Tische die abgerundet werden wie durch Abdullah Wagishauser von der Ahmadiyya-Sekte (Ich ging zu Jesus nach Kaschmir) oder Aiman Mazyek (Imperator-Rex der Verbandswelt – Hält sich in diesem Fall mit Kritik zurück. Das Forum sieht er eher als „politisch unterstütztes Thinktank“, nicht als Organisation mit dem Anspruch Muslime in Deutschland zu vertreten, sagt er und streckt die Hand aus: „Wenn das Forum uns dabei unterstützen kann, was die Gleichstellung die Gleichbehandlung der muslimischen Gemeinden in Deutschland angeht, wäre das sicherlich ein positives Signal.“ – Parteienstrategie nennt man so etwas im Fachjargon);

In der Schlusskategorie No-Man Island könnte man sich Einige gut vorstellen wie z.B. Bassam Tibi (Mit oder ohne USA Exil), Alice Schwarzer (Tante EMMA), Andreas Ismail Mohr (Der Mann vom anderen Ufer) ..?… oder …?… (Ja genau der!) und schließlich zu guter Letzt unter Predomain verzeichnen sich all die stillen Teilhaber, und der Rest der Groller und Troller will einfach nicht oder kann es nicht, wie auch immer!
Bestimmt alle Sparten aufgezählt, sicher? Eine fehlt hier noch. Jede Mannschaft besitzt sie wenn es um Sieg oder Niederlage geht, egal in Politik oder Sport: Der Joker!. Versteckt, auf der Bank oder schlussendlich aus dem Arm geschüttelte. Man bemerke, hier könnte sein wie z.B. Jesuitenpater Dr. Felix Körner SJ (I Like Khorchide) mit dessen Vaterpater Prof. Dr. Christian Troll SJ (Unser täglicher Islam gib uns heute)   

Die Säkularisierungsversuche am Islam mit dem Leitbild: Ibn Rushd

[Einführung]

Aktuelle Debatten in Deutschland befassen sich momentan mit verschiedenen Lösungsansätzen die Muslime oktroyierend in die säkulare Werteordnung Deutschlands zu integrieren. Um dies möglichst effektiv und geschmeidig zu gestalten, versuchen von liberal Humanisten, Präventionsexperten, Hochschullehrern über Islamkritiker, selbsternannte Islamreformer bis hin zu den führenden Politikern Deutschlands, allesamt, nach kulturimperialistischer Manier die Wurzeln des Islams zu entstellen. Neben historischer Kontextualisierung wird die Suche nach dem hermeneutischen Schlüssel, die Erörterung der Frage nach der richtigen Lesart für den Quran, die Erzeugung einer humanistischen sowie einer totalen rationalistisch-aufgeklärten Sichtweise als Methodik zum besagten Ziel ernannt. Nicht mehr die islamischen Gelehrten werden gefragt, sondern moderne Theologen (gebilligt vom Staat), die den Islam in Deutschland studiert haben. U. A. soll das Muslimische Forum Deutschlands (MFD) nunmehr die Belange der Muslime vertreten und einen „genehmen Islam“ hervorbringen wollen. Unter diesem Schlagwort promovieren sie auch diverse Persönlichkeiten aus der islamischen Geschichte, neben Abu Hanifa, Al-Kindi, Farabi, Ibn Sina ist es auch Ibn Rushd, dessen Name, besonders betont wird und zu den intellektuellen Architekten der EU gezählt. Alle von ihnen werden mit einem modernen, säkularen Facon bekleidet, woran die Muslime sich künftig orientieren sollen. Nun stellt sich die Frage ob sie wirklich diesem Facon konform sind? Im Folgenden versuche ich dieser Frage Klarheit zu verschaffen.

[Moderne säkulare Sichtweise]

Die Absicht der säkularen Kräfte Deutschlands, dem Islam ein europäisch-aufgeklärtes Facon zu geben, liegt auf der Hand. So fragt der Humanistische Pressedienst im Interview „Humanismus als letzte Chance des Islams“ vom 21. Okt. 2015 den Islamreformer Mouhanad Khorchide: [Zitat] hpd: Falls sich Ihr islamischer Humanismus verbreiten könnte: Wie erreicht man, dass niemand in Zukunft den Koran als Begründung einer menschenverachtenden Tat nutzt, wenn nur die Lesart, aber nicht die Quelle verändert wird? MK: Genau, wie man es geschafft hat, mit der Bibel umzugehen und Christen heute sehr friedlich leben und die Menschenwerte bejahen, obwohl im Alten Testament viel Grausameres und Gewalt bejahendes steht, als im Koran. [ZitatEnde] Diesem Interview sowie vielen anderen Thesen und Reportagen von MK und seinen gleichgesinnten, und ebenso der Einladung des von Konrad-Adenauer-Stiftung initiierten Bewegungsplattform MFD zur Bundespressekonferenz am 02. Oktober 2015 zufolge ist ersichtlich, dass eine politisch-staatliche Agenda, die mit einer intellektuellen Umwälzung des Islams einhergeht, geführt wird. Die europäisch-aufklärerischen Erkenntnisse, die zur Kompromisslösung mit dem Klerus geführt haben und somit der Humanismus und viele andere philosophische Ideen und Werte in der Staatspolitik der westlichen Staaten Anwendung und Verbreitung gefunden haben, sollen nun den Fundamenten des Islams kompatibel gemacht werden. Nicht unbedingt mit den europäischen Denkern und Philosophen sondern mit Persönlichkeiten der islamischen Geschichte, die ihrer Ansicht nach dem europäischen Humanismus den Nährboden bereiteten. Sie seien es, die der Vernunft während einer religiös-fundamentalen Zeit des islamischen Staates die Tür geöffnet haben. Sie seien es, die den Muslimen während dieser Zeit die Augen für die Wahrheit der Vernunft geöffnet haben. Sie seien diejenigen, die zum ersten Mal geschafft haben die Vernunft mit dem Islam in Einklang zu bringen und somit die doppelte Wahrheit ausgesprochen haben, die der gleichen Quelle entspringt, nämlich Gott. So antwortet MK im Interview …

[Zitat MK] Weil er (Gott) durch uns spricht. Weil er die Vernunft des Menschen würdigt. Wenn das, was ich durch meine Vernunft sage, in Ordnung ist, ist es gottgewollt. Das war die Größe überhaupt von Averroes, den die Kirche kritisiert hat, als er von der doppelten Wahrheit gesprochen hat: Texte der Offenbarung, aber auch menschliche Vernunft. Er sagt: „Beide – Offenbarung und Vernunft – haben dieselbe Quelle und gehen auf Gott zurück.“ Deshalb sagt er, das ist ein verlässlicher Partner. Und wenn die Vernunft zu etwas kommt, so sagt Averroes – und das vertrete auch ich –, dann ist es auch göttlich. [ZitatEnde]

Mit anderen Worten sagt MK, sowohl die Vernunft als auch die Offenbarung seien ein- und dieselbe Quelle. Dieser Meinung sei auch Averroes, welcher der Kritik von Religionen ausgesetzt wäre. Mit der Gleichsetzung der Vernunft mit der Offenbarung würde man demnach einen vorbildlichen Humanisten ausmachen, der sich sowohl selbst als auch Gott als Gesetzesgeber deklariert. Da die Vernunft gottgegeben ist sei sie auch gleichzeitig göttlicher Natur und ihr somit gewährt sei, jegliche Konzeptionen des Lebens der Selbstbestimmung zu unterwerfen. Die Idee der „Doppelten Wahrheit“ die hier von MK implizit erwähnt wird, geht zurück auf den griechischen Philosoph Plato. Sie wird im Mittelalter wieder erstmals durch den italienischen Philosoph Pietro Pomponazzi, der zu den ersten Ideengeber des Humanismus gehört, aufgegriffen. Er interpretiert diese These als eine Grundlage der Kompromisslösung für Theologen und Philosophen und Denker. Die Wahrheiten beider Gruppen würden nebeneinander bestehen können, die Wahrheit des Glaubens sowie die Wahrheit des Wissens. Die Idee der „Doppelten Wahrheit“ wird in der Aufklärungsgeschichte nicht Pomponazzi sondern Ibn Rushd zugeschrieben. Zudem wird hier implizit auch auf die Idee der „Einheit der Vernunft“ (unitatem intellectus) aufmerksam gemacht, die auf den deutschen Philosoph, Nikolas von Kues zurückgeht. Der ebenfalls zu den ersten Humanisten der Renassaince gehörende Philisoph redet von der Auflösung von Gegensätzen bzw. Koinzidenz, die in die Einheit der Vernunft mündet, die bei jedem Wesen mit Vernunft vorhanden sei. Mit anderen Worten sagt Nikolaus von Kues, dass die Vernunft, die weit über dem paradoxen Verstand steht, in der Lage sei, dem Unendlichen sich geistig anzunähern und den Begriff der Unendlichkeit zu entwickeln. Der italienische Philosoph Dante entwickelte diese Idee später für seine Staatstheorie um die Grundlagen für volksherrschaftliches System zu belegen. Desweiteren wird ersichtlich, dass der Vernunftsglaube weiterhin die größte Aufmerksamkeit in den Inhalten der Islamreformer verliehen bekommt. So besagt gleich der erste Artikel der Berliner Thesen: [Zitat, Berliner Thesen, Nr. 1] Der Islam ist keineswegs abgeschlossen, er unterliegt einem ständigen Entwicklungsprozess. Von diesem sind weder islamische Grundsätze noch religiöse Rituale betroffen, da diese nicht dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen. [ZitatEnde] D.h. da die Vernunft nach MK Ansicht als göttliche Offenbarungsquelle gilt, sei der Islam in seinem gesellschaftlichen Aspekt keineswegs abgeschlossen und sei dem ständigen Entwicklungsprozess ausgesetzt. Die Vernunft ist der göttlichen Offenbarungsquelle gleichgesetzt und dürfe daher wie Gott in den gesellschaftlich-relevanten Bereichen des Lebens als Gesetzesgeber fungieren. Dies heiße mit anderen Worten, dass der Mensch mit seiner Vernunft unentwegt Gesetze bestimmen kann und den Islam einer permanenten Entwicklung unterziehen dürfe.

[Ibn Rushd] Leben.

Ibn Rushd Al-Qurtubi, geb. 1126 in Cordoba, war der letzte Vertreter der (aristotelisch-)scholastischen Schule (Meşşai), Philosoph, Fakih und Arzt zugleich. Wie sein Großvater und Vater war er auch als Qadi in den Gerichtshöfen des Amirs tätig. Die Sippschaft von Ibn Rushd besaß großen Ruhm bei den Fuqaha, so war sein Großvater Imam der großen Moschee von Cordoba, die für ca. 100.000 Muslime eine Kapazität repräsentierte. Neben At-Turtuschi und Al-Maazerii, gehörte Ibn Rushd‘s Großvater zu den einflussreichsten malikitischen Fuqaha des 12. Jh.. Ibn Rushd selbst gehörte ebenfalls der malikitischen Rechtsschule an und nahm Unterricht von Fuqaha wie Abu Muhammed ibn Rizq, Ibn Bashkuwal, Ibn Tufayl u.v.a. Zu seinen islamrechtlichen Werken gehören u. A. Bidayet’ul Mujtahid. Ein Usul-Fiqh-Buch, welches die Beziehung zwischen Usul Fiqh und Furuu sowie dem Ikhtilaf zugrundeliegende Usul Grundlagen behandelt. Sein Interesse für Philisophie erweckten verschiedene Sitzungen mit Ibn Tufayl, der zu dieser Zeit die Regenten und Intellektuellen zum wissenschaftlichen Fortschritt und zur Philosophie anspornte. Nachdem er seinen Dienst als Qaadi in Sevilla 1169 antrat und von dem philisophischen Bücherreichtum des Amirs von Andalusien Abd’ul Mumin profitierte, begann er mit dem Kommentieren von aristotelischen Werken. Die Beziehung mit dem Amir von Andalusien pflegte Ibn Rushd, indem er seinen philosophischen Fragen schlüssige Antworten aus philosophischen gab [Abdulvahid Al-Merrakuschi, S. 209-216]. Während Ibn Rushd in der islamischen Welt aufgrund des Kommentierens vieler aristotelischer Werke den Titel „Şaarih“ bekam, wurde er im Abendland als „commentator“ bezeichnet und sein Name lateinisiert in „Averroes“. Zwischen 1171-1184 diente er als oberster Qaadi von Cordoba. In 1195 werden Ibn Rushd zusammen mit einigen anderen Fuqaha in einen abgelegenen Ort namens Lucena verbannt. Für die Gründe der Verbannung sind verschiedene Tradiierungen vorhanden. In 1198 verstarb Ibn Rushd in Marakkesch.

Methodik.

Bezüglich der islamrechtlichen Methodik bediente sich Ibn Rushd der klassischen Richtlinie der malikitischen Rechtsschule, jedoch mit einigen großen Ausnahmen. Zu seinem größten Interessengebiet gehört die Analogie (Qiyas). Er teilte ihm die Rolle der Methodik zur Beweiserbringung mehr zu als die Rolle des Verstands. So betont er „Jeder Burhan (apodiktischer Beweis) ist Qiyas, jedoch nicht jeder Qiyas ist Burhan.“ Dabei macht er darauf aufmerksam, indem er die Maslaha als Illa kategorisch abweist, weil die Gefahr besteht, dass die Maslaha zu allgemein, grenzenlos und realitätsfern bewertet werden kann und aufgrund der Tatsache, dass die Maslaha von Zeit zu Zeit und vom Zustand zum Zustand der ständigen Veränderung ausgesetzt ist. Für Ibn Rushd sind die Gelehrten, die sich dieser Methode bedienen, keine, die Istinbat (Ableitung) machen sondern diejenigen, die sich die Rolle des Gesetzgebers zuteilen. Aus diesem Grund kritisiert er die Rechtsgrundlage Maslaha von Imam Malik. Bezüglich der Philosophischen Methodik unterschied er sich, indem er Aristoteles in einer besonderen Art und Weise kommentierte. Er kommentierte ihn aus dem Blickwinkel des Lehrers von Aristoteles (Muallimu-Ewwal), legte seine Ansichten fest und die Grundlagen, aus der diese Ansichten entspringen. Sodann kommentierte er diese Ansichten, nicht nur einmal sondern dreimal. Trotzdessen war für ihn genauso die Unterscheidung wichtig, mit welcher Brille man die Realität beurteilt. So war sich Ibn Rushd nicht sicher darüber, ob der Islam mit Aristoteles vereinbar war. In den Punkten, in denen Aristoteles mit dem Islam kollidierte, bediente sich Ibn Rushd dem Ta´will (Uminterpretation) ohne die Essenz des Qurans -nach seiner Ansicht- zu verletzen. In den Punkten, in denen dies unmöglich war, verzichtete er darauf und bewertete sie letztendlich als unwahr. Auch wenn er mit Aristoteles in diesen Punkten uneinig war, bewertete er sie als richtig gemäß der Prinzipien und Regeln der aristotelischen Logik. Denn die Axiome, die Aristoteles stellt, rufen natürlicherweise die entsprechenden Urteile. So sah Ibn Rushd in Aristoteles den einzig wahren Philosophen und legte beim Kommentieren seiner Werke besonderen Wert darauf, in der Philosophie so zu denken wie ein wahrer Aristoteles.

Ziel.

Das Ziel von Ibn Rushd belief sich darauf, sowohl die Offenbarung als auch die Philosophie unabhängig voneinander zu verstehen, sie in ihrem Gesamtrahmen zu bewerten, um Verbindungen zwischen beiden herzustellen. Erst bestimmte er die Sachlage der beiden Systeme in ihrem Gesamtrahmen, dann versuchte er die Gemeinsamkeiten der beiden Systeme darzulegen, sodann betonte er die Falschheit eines 1:1 Vergleich der beiden Systeme und machte auf die aufzutretenden Fehlergebnisse aufmerksam, die bei einem 1:1-Vergleich und der anschließenden genötigten Kompromisse der beiden Systeme geboren werden. Nach der Meinung von Ibn Rushd haben beide Systeme eigene natürliche Prinzipien und Grundlagen. Beide müssen voneinander getrennt untersucht werden. Das Zusammenbringen beider führt zu falschen Ergebnissen. In ihrem jeweiligen System können daher Wahrheiten existieren. Folglicherweise darf ein Philosoph über islamische Themen nicht reden, bevor er die Grundlagen des Islams kennengelernt hat. Genauso darf ein islamischer Gelehrter nicht über philosophische Themen reden ehe er die Grundlagen der Philosophie beherrscht (Tehafut’ut Tehafutil Felasife, S. 527)
Verständnis von Ta´wil. Ibn Rushd unterscheidet zwischen dem Wahrnehmbare und Nicht-Wahrnehmbare (ghayb) sowie dem Verstand und der Offenbarung. Er sieht den Verstand mit der Offenbarung in einer Harmonie. Diese Harmonie ist entweder die Eindeutigkeit in der Bedeutung von Quranversen oder in dem Ta’wil, der gemäß dem Wahrheitsverständnis gemacht wird. Während der Verstand sich dem Burhan bedient (apodiktischer Beweis), bedient sich die Offenbarung sowohl dem burhan, der Dialektik (dschadal) als auch der Rhetorik (hitabat) zugleich. „Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art.“ (Nahl 125). Nach Ibn Rushd will Allah vom Menschen in diesem Vers die Verwendung von Hikma, Rat und Dialektik. Für Ibn Rushd bedeutet demnach ta’wil: die Aussage, in der Rhetorik und Dialektik enthalten ist, in eine Aussage mit Burhan, umzuinterpretieren. Der Tawil sei nur außerhalb der folgenden Themen unter der Berücksichtigung des Regelwerks der arabischen Sprache erlaubt: der Glaube an die Existenz Allahs, der Glaube an die Propheten und der Glaube an Jüngsten Tag. Auch sei wichtig, dass der Ta’wil die essentielle Ordnung des Dins nicht verletzt und keine Adressaten im einfachen Volk findet, die dem entsprechenden Niveau nicht mächtig sind. Das Ziel des Ta’wils besteht nicht darin dem Offenbarungstext eine andere Bedeutung zuzuteilen.
Philosophieverständnis. Nach Ibn Rushd ist die Philosophie über die existierenden Dinge nachzudenken und sie als Zeichen und Schöpfung Allahs in Verbindung zu bringen (Faschl’ul makal, S.64). Da Allah die Muslime angespornt hat über die Zeichen Allahs nachzudenken, ist es erlaubt und unabdingbar, die Philosophie als Denkmethode zu verwenden. Die Bedeutungen von „itibar“ (aus etw. Lehre ziehen, bewerten) und „nadhar“ (sehen, betrachten, sich des Verstandes bedienen) sind unumstößliche Bedeutungen im Quran, mit denen die Scharia von uns verlangt, die existierenden Dinge entweder auf dem Wege des Verstandes oder des Verstandes und der Scharia zu bewerten. In der Logik sei diese Methode nichts anderes als mittels der Logik zu Erkenntnissen zu kommen. Mit anderen Worten der Aufruf des Qurans „über die Zeichen Allahs nachzudenken“ und die rationalen Dinge als Beweis heranzuziehen ist nichts weiter als Burhan, der in Logik als apodiktischer Beweis dient. Demnach würde die Scharia die Menschen dazu aufrufen, sich dem Burhan zu bedienen, um Allahs Existenz und die Schöpfung Allahs zu verstehen. Ibn Rushd verteidigt diese Ansicht vehement indem er wie im Folgenden argumentiert:

– „Wie ein islamischer Gelehrter unter „tefakkuh“ den islamrechtlichen Qiyas versteht, dürfe der Philosoph unter „itibar“ den Aqli Qiyas (Qiyas, der auf Verstand beruht) verstehen. Jedoch stehen beide Qiyas Arten nicht in einer Beziehung zueinander. Sie müssen kategorisch getrennt werden. Auch darf der Fiqhi Qiyas nicht mit der Terminologie der Logik angewendet werden.“

– Der Aqli Qiyas ist keine Erneuerung im Islam nach dem Tod des Propheten (saw.). Genauso wie der Fiqhi Qiyas auch nicht als eine Erneuerung im Islam zu bestreiten ist.

– Genauso wie es Philosophen gibt, die bei ihrem phil. Studium zu Irreleitenden werden, gibt es auch unter den Isl. Fuqaha, die auch vom Islam abirren.

Für Ibn Rushd gibt es weder einen Widerspruch von Wahrheiten noch eine Kollision von Beweisen. Wenn über die Realität von existierenden Dingen die Scharia nicht berichtet, so besteht kein Problem, man bedient sich den Erkenntnissen des Burhans. Wenn über die Realität von existierenden Dingen die Scharia berichtet, so stützt sich die offensichtliche Erkenntnis (dhahir) im Offenbarungstext (nas) entweder dem Burhan oder nicht dem Burhan. Im Ersteren besteht kein Problem. Im Letzteren jedoch wenn die Erkenntnis aus der Scharia mit der Erkenntnis des Burhans kollidiert, ist der Ta’will anzuwenden. Die Befolgung der offensichtlichen Offenbarungstexte ist für jeden Muslim verpflichtend, während die Erkenntnisse aus dem Ta’wil Verständnis nur für die Gelehrte verpflichtend ist. Es ist nicht richtig von den Gelehrten, dass sie ihre Ta’wil Verständnisse, bei denen nur sie in der Lage sind ihre Beweisführung zu verstehen, dem allgemeinen Volk zu verkünden, dies wäre sogar Kufr (el-Kaschf, S.132). Demnach negiert der spanische Orientalist Miguel Asin Palacios, dass Ibn Rushd keinesfalls ein religionsfeindlicher, vernunftsorientierter Rationalist war, wie die von Ibn Rushds Gedankengut beeinflußten späteren Westichen Philosophen ihn verstehen und beschreiben würden, sondern ein Muslim, der die sunnitische Islamwissenschaft verteidigt hat (Palacios, S. 271).

Politisches Verständnis.

Die Kommentare von Ibn Rushd zu dem politschen Werk „Politeia“ von Platon sprechen für die Notwendigkeit einer staatl. Kriegspolitik. Da Krieg eine unverzichtbare Realität in der Politik darstellt, müsse der Staat die Geschichten von Kriegshelden popularisieren. Ferner ist Ibn Rushd der Meinung, dass die Frau sich vom Mann aufgrund der biologischen Natur, ihrer Fähigkeiten und ihrem Potential unterscheidet und es ihr zulässig sei, für den Staat zu arbeiten und Philosophie zu studieren. Zudem wiederholt Ibn Rushd die Behauptung von Platon, dass es 5 Staatsmodelle gäbe: Monarchie, Timokratie, Oligarchie, Demokratie und Tyrannei. Während das Staatsmodell des Propheten (as.) und der rechtgeleiteten Kalifen keinem der Modelle entsprechen würde, sondern ein auf Tugend basierenden Rechtsstaat darstelle, solle man es als richtiges Staatsmodell als Vorbild nehmen (Daiber, II, S. 857-858). In Demokratien ist die Liebe zur Freiheit vorhanden und die Toleranz zu verschiedenen Meinungsäußerungen. Während die Staatsmodelle der Lebzeit von Ibn Rushd dem demokratischen Staatsmodell ähneln würde, würde aber gleichzeitig auch Tyrannei herrschen.

Kritik der Islamischen Gelehrten.

Während Ibn Rushd nach seinem Tod so gut wie gar keine Rezeption und Referenz bekam, haben auch die Fuqaha sowohl zu seiner Zeit als auch zur Zeit nach seinem Tod, die Werke von ihm kritisiert. Neben Imam Ghazali, Imam Shatibi und Ibn Taymiyyah, war es auch Lisanuddin Ibnul Hatib, der die Realität von Ibn Rushd passend formuliert: [Zitat] „Als oberster Qaady des Landes und als Imam der Sharia hat er aufgrund seiner philosophischen Aktivitäten Empörung auf sich gezogen.“ [Zitatende]. Mit anderen Worten hat er seinen Status als „Gelehrter des Islam“ im Schatten gelassen, und sich intensiv mit der Philosophie beschäftigt, derart dass er aufgrund seiner philophischen Begeisterung seine Vertrauenswürdigkeit gegenüber der Ummah verletzte.

Rezeption des Westens.

Während der Einfluss von Ibn Rushd auf die islamische Welt beschränkt blieb, griff die Westliche Welt das Gedankengut von Ibn Rushd auf und entfaltete es. Mit den ersten Übersetzungen seiner Werke ca. 30 Jahre nach seinem Tod, gebar eine neue philosophische Strömung im Westen, die als Averroismus bekannt wurde. U.A. waren Vertreter dabei wie Roger Bacon, Albertus Magnus, Dante und Siger de Brabant. Einige waren von Ibn Rushds Philosophie derart besessen, dass sie sich dem Kirchenstaat gestellt haben (wie Jean de Jandun). Es gab unter diesen Denkern sowohl diejenigen, die Ibn Rushds kommentatorischen Werke als Verständnisbrücke für Aristoteles nutzten und sich mit ihm nicht weiteraufhielten als auch diejenigen, die für Ibn Rushds Gedankenwelt gänzlich schwärmten. Vielmals haben die aufgeklärten Denker ihre kirchenfeindliche Gesinnung auch Ibn Rushd zur Last gelegt, und ihn als Sündenbock dargestellt, um von den gnadenlosen Strafen der Kirche verschont zu bleiben. Den größten Einklang von Ibn Rushd erlang Italien im 14. Jh.. Der Philosoph Dante er, dass man die Einheit der Vernunft nicht im Universum suchen solle sondern im Staatsverständnis. Die intellektuelle Glückseligkeit könne nur von der Einheit der Menschen durch ihre Vernunft erfolgen. Mit dieser These von Dante sowie den selektiven Kommentaren Ibn Rushds zu Platos politschem Verständnis, öffneten sich in Europa neue intellektuelle Ansätze um die Gesinnung der europäischen Denkern zu stützen.

[Islamische Perspektive]

1) Auf den ersten Blick erkennt man, dass die Islamreformer sich neben Exogeten wie Farabi, Ibn Sina besonders an bestimmte Persönlichkeiten festhalten, die eine „strittige“ Rolle in der Islamischen Geschichte gespielt haben. Strittige Personen wie Ibn Rushd, die sowohl ein traditionelles, islamisches Verständnis verteidigen als auch über ein weltoffenenes Verständnis besaßen, bei dem sie in dem Studium der Philosophie überschwänglich wurden und die Grenzen des Islam missachteten. Mit anderen Worten wird ein islamisch-moderates Leitbild reproduziert, welches das Denkfundament der kapit. Ideologie die Kompromisslösung hervorheben soll. So sieht man auch z.B. in der Haltung von MK die Kritik gegenüber Abdussamad in vielen Aquidapunkten mit dem Einsatz für ein „positives“ Bild für den Islam.

2) Die Motivation der beiden Gruppen, der muslimischen Philosophen und der heutigen säkularen Kräften ist unterschiedlich sogar konträr. Die ersteren haben die Philosophie studiert um infrage zu stellen ob eine Beziehung zwischen Din und Philosophie besteht. Neben den muslimischen Philosophen, die in dem Studium soweit gegangen sind, dass sie ihre islamische Aquida abgelegt haben, gab es wie Ibn Rushd auch solche, die versucht haben herauszufinden, die Philosophie als solche zu studieren, nicht um die Wurzel des Islams zu entstellen. Ihr philosophischer Wahn trieb sie zwar zur Erkenntnis, dass die Philosophie eine unverzichtbare Lehre darstellt, Aristoteles in seinem Atheismus folgten sie jedoch nicht und die Gesetze des Islam so beließen wie sie sind ohne der Scharia eine Bekleidung zu verschaffen, die den Kufr-Systemen konform. Die Gruppe der heutigen säkularen Kräfte jedoch sind der Auffassung, dass die nichtislamischen Systeme als Referenz dienen solle mit der Idee der Trennung zwischen Staat und Religion als Leitgedanke.

3) Auch wenn einige Ansichten von Ibn Rushd sich in der philophischen Gesinnung der Europäer wiederfindet, ist der größte Teil fälschlicherweise Ibn Rushd verhängt worden. So z.B. die von der Kirche vehement kritisierte Idee, der „Einheit der Vernunft“, die Ibn Rushd verhängt wurde. Dante war der Ansicht, dass diese Behauptung sich im Werk De Anima von Ibn Rushd befinde. Jedoch macht Ibn Rushd in diesem Werk nur auf die Tatsache aufmerksam, dass man die Existenz auf rationalverständliche Weise erforschen muss, um zur Wahrheit zu gelangen, und dass die Vernunft bzw. der Verstand in diesem Fall eine große Rolle spiele. Ibn Rushd hat niemals den Verstand als göttliche Offenbarungsquelle für den Islam erklärt, sondern als Quelle für das Verstehen der existierenden Dinge um den rationalverständlichen Weg zum Islam zu eröffnen und zu erweitern.

4) Auch die ihm vorgeworfene Idee der „doppelten Wahrheit“ ist infrage zu stellen, da Ibn Rushd diese Idee gänzlich abweist. Auch wenn er in Faschlul Makal über die Beziehung von Din und Philosophie spricht, als seien sie wie 2 Milchsbrüder, die sich von der gleichen Quelle ernähren, so werden viele Erläuterungen dieser These in den anderen Werken von Ibn Rushd, die nicht ins Lateinische und Hebräische übersetzt wurden, von den europäischen Philosophen gar nicht berücksichtigt. So ist der deutsche Philosoph und Historiker Martin Grabmann der Meinung, dass die Idee der „Doppelten Wahrheit“ zum ersten Mal im 16. Jh. von Pomponazzi zur Streitfrage der Aufklärer freigegeben wurde. Mit diesen beiden Ideen, die von europäischen Denkern fälschlicherweise Ibn Rushd angehaftet wurden und dem muslimischen Status von Ibn Rushd, bedienen sich heute Islamreformer um ihren Reformversuchen islamische Legitimität zu verschaffen.

5) Wenn es darum geht die Persönlichkeiten des Islams historisch-kritisch zu bewerten, wie von ihnen stets begangen wird, ist auch die Tatsache in Betracht zu ziehen, wie die Europäer die muslimischen Philosophen falsch interpretiert haben und sie zu Sündenböcke für ihre eigenen oppositionellen Ansichten gegenüber der Kirche gemacht haben. Zur historisch-kritischen Betrachtung gehört jedoch auch, dass der Gesamtrahmen samt den Kritiken der Islamischen Gelehrten wie Imam Ghazali, Imam Schatibi, Ibn Teymiyyah als großartige Gelehrte seiner Zeit, die die muslimischen Philosophen kritisiert haben, und die Gründe, warum die Muslime nach dem Tod von Ibn Rushd ihn nicht als Referenz genommen haben, in Betracht zu ziehen.

6) Mit dem Humanismus als aufklärerische Idee hat Ibn Rushd im geringsten nichts zu tun. Die humanistische Ideenentwicklung begann ab dem 15. Jh., d.h. ca. 300 Jahre später nach Ibn Rushd in Italien. Die selbst ernannte europäische Averroismus-Bewegung, war eine Bewegung, die sich ausschließlich für die Philosophie von Ibn Rushd bekannten. Wenn man nun die Fährten des Humanismus auf den Islam zurückführen will, ist man mehr als geschichtsfremd.

7) Jemanden als direkten Wegbereiter für etwas zu deklarieren, der unvollständig tradiert wurde und mit einer fremdkulturellen und -geschichtlichen Brille betrachtet wird, ist ein falscher und gefährlicher Ansatz. Vielmehr müssen die vollständig tradiierten Philosophen wie Fichte, Nietzsche und Schopenhauer, die als europäische Schutzpatrone gelten, als intellektuelle Wegbereiter des Nationalsozialmus betrachtet werden.

8) Die äußerste Vorsicht von Ibn Rushd die Muslime von ihrem Grundverständnis zu schonen, als er versuchte die philosophischen Debatten von der Allgemeinheit der Muslime fernzuhalten, mit der Ausnahme sie würden die philosophischen Regelwerke kennen zeigt, welchen Grad von Sensibilität gegenüber der Bewahrung der Islamischen Identität verliehen wurde. Heute jedoch, sind die Islamreformer hetzerisch unterwegs jeder noch solcher Talkshow teilzunehmen, jeder mit noch solcher Plattform der Gegner des Islams zu kooperieren und jeder noch solche erdenkliche Position zu bekleiden, um ihre entstellte Botschaft des Islams loszuwerden. Mehr noch sie tun es im Namen der Prävention von Terrorismus bzw. des unerklärten Krieg gegen den Islam mit dem Staat in Hand in Hand. Zudem streben sie nach der Säkularisierung des Islams in einem Demokratiemodell. Das Modell, welches von Ibn Rushd scheinbar als die beste Form der Regierung propagiert worden sei, weswegen er zu den intellektuellen Archtiekten der EU gehöre. Wohingegen doch Ibn Rushd, der als oberster Qady nach der Scharia richtete und in seinen Werken bekräftigt, dass das Modell des Propheten as. und der rechtgeleiteten Kalifen das beste Staatsmodel sei, welches zu bestreben sei. Hinsichtlich dieser Tatsache ihn als Leitbild für die kapitalistische Kultur samt der Demokratie zu deklarieren, wiederspricht jeglichem Menschenverstand.

9) Ein weiterer Aspekt ist das Problem von der Definition von Philosophie. Denn die Philosophie im Westen hat jeher derart ein Maß genommen, welches wie eine Dogma als die einzig gültige Denkmethode zur Wahrheit deklariert und mit der rationalen Denkmethode gleichgestellt wird. Laut DUDEN wird Philosophie als Streben nach Erkenntnis über den Sinn des Lebens, das Wesen der Welt und die Stellung des Menschen in der Welt verstanden. Alle besagten Punkte würden über sinnlich nicht wahrnehmbare Eigenschaften besitzen, und somit dem Bereich der Metaphysik angehören. Jedoch führt der Weg zur Beantwortung der Grundfragen sowohl des Sinn des Lebens, der Stellung des Menschen als auch des Sinn der Existenz nur über eine rationale Denkmethode, die es möglich macht, sie gemäß der Natur des Menschen und korrekterweise zu realisieren.
Die europäischen Philosophen und Denker sollen sich genötigt sehen, die Philosophie eindeutig zu definieren und zu klassifizieren, nachdem sie jedoch erst der Grundfragen des Lebens einer tiefgreifenden Auseinandersetzung unterziehen.

10) Die Philosophie, die in ihrer Grundlage als die Untersuchung des hinter dem Universum Befindlichen gilt, ist aus dem islamrechtlichen Blickwinkel eine Realität, die für den Islam unzulässig ist. Sich dafür zu bekennen und Philosophie zu betreiben ist islamrechtlich verboten. Die rationalen Beweise der Glaubensfragen sind keinesfalls philosophische Erkenntnisse. Der Islam beschäftigt sich ausschließlich mit sinnlich Wahrnehmbaren und verbietet dem Verstand das hinter dem Universum Befindliche zu untersuchen. Die Quintesssenz der Philosophie, die Ibn Rushd von Aristoteles kommentiert, ist, dass hinter dem Universum Befindlichen zu untersuchen und durch die logische Schlussfolgerung nicht rationale Prämissen anzunehmen, die zu philosophischen Erkenntnissen führen sollen. Farabi, Al-Kindi und Ibn Sina sind nicht diejenigen, die die islamische Aquida der Muslime teilen. Sie haben sich nach ihrem Studium der Philosophie zu wahren philosophische Gelehrten entwickelt, die die Grenzen des Islams übertrafen. Diese Tatsache braucht uns nicht zu entfremden, denn auch in Europa wurden Philosophen wie Spinoza exkommuniziert und Lessing der Gottlosigkeit bzw. dem Pantheismus beschuldigt. So verflucht die Amsterdamer portugisische Synagoge Spinoza in 1656 mit folgenden Worten: „Verflucht sei er bei Tag und verflucht sei er bei Nacht, verflucht sei er, wenn er sich hinlegt, verflucht sei er, wenn er aufsteht, verflucht sei er, wenn er hinein geht und verflucht sei er, wenn er hinaus geht. Wir warnen, dass niemand mit ihm weder mündlich noch schriftlich kommunizieren noch ihm irgendeinen Gefallen tun noch mit ihm unter einem Dach noch ihm näher als vier Ellen sein noch irgendein von ihm geschriebenes Blatt lesen darf.“

11) Es ist nicht die Aufgabe des MFD und schon gar nicht des deutschen Staates die theologischen Auseinandersetzungen der islamischen Geschichte zu schlichten. Diese Debatte gehört nicht zu den Pfeilern der friedlichen Koexistenz verschiedener Glaubensgemeinschaften in einem Staat. Genauso wirft kein Muslim die Pantheismusfrage der europäischen Geschichte wieder auf, wenn das Thema Wahrheitsfindung ist. Genauso behandelt auch irgendein Staat dieses oder ähnliche Themen nicht, wenn das Thema friedliche Koexistenz ist.

12) Gehört zur Toleranz, Religionsfreiheit und Pluralismus nicht die Anerkennung der Grundlagen der unterschiedlichen Glaubengemeinschaften? Wenn die Hoheitsideen der Aufklärung wie Toleranz und Religionsfreiheit verworfen werden, welche Überzeugungskraft bleibt den Errungenschaften der Aufklärung erhalten?
Welchen Unterschied machen die selbsternannten Islamreformer, Islamkritiker etc. wenn sie den Islam nach eigenen Maßstäben und Interessen individuell auslegen von ihren Feinden, den sogenannten Fundamentalisten, da sie ja ihrer Ansicht nach auch den Quran individuell nach eigenen, ideologischen Interessen auslegen würden ??

13) Laut der 2. These der Berliner Thesen des MFD heißt es:
[Zitat] „Wahrheiten von oben aufzuzwingen, widerspricht dem Geist eines humanistischen Islams, der den Menschen zum freien Menschen macht, der sich von sich aus öffnet.“ [Zitatende]
So frage ich hierauf: „Welch einen freien Mensch habt ihr euch erdacht, der sich von sich aus öffnen soll, wenn ihr den von seinen Glaubensgrundlagen überzeugten Muslim als bedrohlich stigmatisiert ?? seinen Glauben als primitiv erklärt ?? ihm in diesem Fall keine Selbstbestimmung zugewährt und sein Grundrecht ihm abspricht ?? dem Islam einen in seiner Natur und Geschichte noch nie dagewesenen Humanismus aufstülpt ?? die Idee der „Trennung zwischen Staat und Religion“ als die einzige Diskurskultur proklamiert ?? für die islamische Vertretung in Deutschland eine staatliche Reglementierung fordert ?? somit ihr euch selbst diametral widerspricht, indem ihr versucht „Wahrheiten“ von oben aufzuzwingen ??“

14) Appell an die Muslime:
Die Verwendung von Leitbildern um ihre Pläne zu realisieren ist nur ein Teil von vielen anderen Ränken der Ungläubigen die Botschaft des Islams zu entstellen. Und wie bei vielen anderen ist auch bei dieser Thematik die Heuchlerei des Westens offenkundig. Während die Geschichte Islams der historisch-kritischen Betrachtung unterzogen wird, bleibt die europäische Geschichte davon unversehrt. Man nimmt es wie man will. Solange die Basis ihres Denkfundaments, die Kompromisslösung unantastbar bleibt, solange wird sich der Westen aus diesen Debatten und Diskursen als Sieger erklären. Genau an dieser Stelle sind wir Muslime gefragt um ihr Denkfundament zunichte zu machen, die Erkenntnis hervorzuheben und zu propagieren,
… dass unser Denkfundament der Islam allein auf dem Verstand beruht und in der Lage ist jeden einzelnen Menschen zu überzeugen.
… dass die Islamische Aquida, die Quelle der intellektuellen Macht der Muslime schon über Jahrhunderte fortbestanden hat.
… dass die Überschwänglichkeit einiger muslimischer Philosophen unserem Denkfundament nicht schaden konnte.
… dass die Antwort der islamischen Ulama und der Ummah, die muslimischen Philosophen nicht zu rezipieren, die beste Antworte gewesen ist, die man diesem Umstand geben konnte.
Im Abschluss als Antwort auf die Ansicht des MFD, dass der Islam dem Entwicklungsprozess in seinem gesellschaftlichen Aspekt ausgesetzt sei, reicht einen einzigen Vers anzumerken:

إِنِ الْحُكْمُ إِلاَّ لِلّهِ

Die Entscheidung ruht bei Allah allein.

Dieser Vers, der besagt, dass niemand die Erlaubnis hat die Rolle des Gesetzgebers zu spielen außer Allah (swt.), dem Allmächtigen.

Bereitgestellt von Ridan Harawiy
https://www.facebook.com/groups/170467393091903/permalink/769381623200474/  


Berichte, Interviews&Kommentare

„WELCHER ISLAM GEHÖRT ZU DEUTSCHLAND?“

PODIUMSDISKUSSION ZUR ROLLE DES ISLAMS IN DEUTSCHLAND

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen veranstaltete am 12. Oktober 2015 in ihrem politischen Bildungsforum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Welcher Islam gehört zu Deutschland?“. Vor etwa 140 Zuhörern wurden wichtige Fragen zur zukünftigen Rolle des Islams in der deutschen Gesellschaft diskutiert.   


Zweiter Anlauf eines fragwürdigen Projekts

08.10.2015 – Das umstrittene Muslimische Forum Deutschland hat seine 17 Berliner Thesen vorgestellt. Darin geht es um Themen wie das Islamverständnis des Forums, das Verhältnis von Religion und Politik, aber aktuelle Diskussionen wie Salafismus und Flüchtlinge. Ali Mete hat sich die Thesen näher angeschaut.   

30. September 2015 Muslimisches Forum geht Online

Mehr Farbe für die Islam-Debatte?

Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime (ZMD). „Schon in der Vergangenheit sind immer wieder muslimische Think Tanks von Stiftungen oder Akademien initiiert oder gegründet worden.“ Dahinter verberge sich nach Einschätzung des ZMD-Vorsitzenden der Wunsch, beim Thema muslimisches Leben in Deutschland mitzumischen. 

Christlich-konservativ oder muslimisch-liberal?

Gemeinsam mit einigen Islamkritikern haben sich liberale Muslime in einem „Muslimischen Forum“ zusammengeschlossen. Dahinter steckt die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU   

Muslimisches Forum Deutschlands ist Gewinn   

Die Konrad Adenauer Stiftung sagt dem Islam den Kampf an   

Das Forum der liberalen Muslime in Deutschland

Ein Forum war der Markt- und Versammlungsplatz im alten Rom. Im katholisch orientierten Kirchenrecht betitelt es einen Gerichtshof, an dem kanonisches Recht gesprochen wird. Umgangssprachlich ist das Forum eine Plattform für die Öffentlichkeit. Schließlich bezeichnet der Begriff einen“geeigneten Personenkreis, der eine sachverständige Erörterung von Problemen oder Fragen garantiert.”    

Das Muslimische Forum Deutschland – Interview mit Erdal Toprakyaran

Hakkan Turan, Blogger von andalusian.de in einem Interview mit dem Direktor des Zentrums an der Uni Tübingen Herr Jun.-Prof. Dr. Erdal Toprakyarandas, das auf Fragen Antwort geben soll,  welches in drei Leitfragen untergliedert ist: Versteht sich das Forum als liberalen Gegenentwurf den den “konservativen” Verbänden, wie in den Medien zu lesen war? Wie genau sieht die Beteiligung der Konrad-Adenauer-Stiftung aus? Welche Rolle spielen die Direktoren der Zentren für Islamische Theologie und die nichtmuslimischen Gründungsmitglieder?   

Die Parteien und der Islam

Kein Interesse an der muslimischen Mitte: Der Ansatz der politischen Stiftungen ist nicht wirklich liberal. Von Abu Bakr Rieger   

Die Verfassung ist unsere Leitkultur

Aus: Integrationsminister Guntram Schneider über seinen Plan zur Gleichstellung der Muslime, den Einfluss Ankaras und naive Freidenker:

[…] Der Theologieprofessor Mouhanad Khorchide gründete jüngst ein Muslimforum, das sich als reformerischer Bund empfiehlt. Hat das Zukunft?
Das Muslimische Forum Deutschlands mit seinen reformerischen Zielen dürfte die islamische Szene bereichern. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Wie glaubwürdig ist eine Muslimvertretung, zu deren Gründungsmitgliedern Aleviten, Jesiden und Christen gehören? Sollten Muslime nicht von Muslimen vertreten werden? 
Man kann das auch umdrehen: Mit seiner inneren Vielfalt taugt das Muslimische Forum zum ökumenischen Vorbild auch der Christen. Ich bin sehr dafür, diese jungen, kleinen und aktiven Muslim-Gruppen zu unterstützen.

Wollen Sie die auch anerkennen?
Nein, dazu existieren sie nicht lang genug und sind zu klein. Aber wir könnten aus dem Fördertopf für Migrantenselbstorganisationen Projekte fördern. […]   

“Die schweigende Mehrheit schweigt immer noch”

Das neu gegründete “Muslimische Forum” wirbt damit “humanistisch” und “liberal” zu sein, gleichzeitig wird die Plattform von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt. Wir haben mit dem Journalisten Eren Güvercin über das Forum und über die sogenannte “schweigende Mehrheit” gesprochen.  

Politisch korrekt

Mit ihrer Unterstützung für das „Muslimische Forum Deutschland“ überschreitet die Konrad-Adenauer-Stiftung Grenzen der politischen Intervention. Kommentar von Sulaiman Wilms 

Wenn keine Argumente einfallen, da polter #SerapGüler #KAS #CDU

Eren Güvercin · @erenguevercin 26th Apr 2015 from TwitLonger

Wirklich sehr souverän von der CDU-Landtagsabgeordneten Serap Güler… Sie diffamiert mich auf meine inhaltliche Kritik an dem Vorgehen der Konrad-Adenauer-Stiftung als einen „fundamentalistischen Sektenanhänger“. Gegenargumente fielen ihr anscheinend nicht ein. Dr. Lemmen vom Erzbistum Köln kritisierte mit ähnlichen Argumenten dieses KAS-Konstrukt ‚Muslimisches Forum Deutschland‘. Ist er nach diese ‚Logik‘ jetzt ein ‚katholischer Fundamentalist‘?
Aber diese Reaktion überrascht einen nicht wirklich, sondern ist weit verbreitet. Als ein von Khorchide ernanntes Beiratsmitglied war ich ein Guter, bis zu dem Moment, wo ich zu bestimmten Dingen eine kritische Position einnahm. Auch da war man plötzlich ein „Islamist“…
Seltsam, dass die KAS noch vor einigen Monaten einen „Fundamentalisten“ wie mich als Referenten zu einem Kongress eingeladen hatte
Aber so sind die Serap Gülers der CDU: morgen wenn Wahlkampfzeit ist, werden sie wieder brav Moscheen besuchen.  


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Aiman Mazyek
Zu dem von der CDU-Parteinahen Konrad Adenauer Stiftung initiiertes „Muslimische Forum Deutschland“ sagte ich der KNA: „Schon in der Vergangenheit sind immer wieder muslimische Think Tanks von Stiftungen oder Akademien initiiert oder gegründet worden“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats des Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Dahinter verbirgt sich der Wunsch, beim Thema muslimisches Leben in Deutschland mitzumischen.“ Er sei gespannt auf Impulse, wie die knapp 2.000 muslimischen Gemeinden in Deutschland der „Gleichberechtigung und Gleichbehandlung mit den Kirchen ein Stück näher kommen könnten“
Antwort: Thomas Otto Hauser
Salamun alaykum. Bei muslimischen Think Tanks wird versucht zusammen mitzumischen, bei der MFD wird versucht u.a gegen Muslime aufzumischen.  

Haluk Yildiz:
Ziel dieses Projektes ist, wie viele Projekte bezüglich Muslime in Deutschland: 1. Eine Art Assessment-Center, wodurch man Personen herausselektieren will, die den vorher, durch den Initiator intern festgelegten Zielen dienen sollen, 2. Steuerung einer Gruppe, um bestimmte Ziele zu erreichen, wie z.B. bestimmte Meinungen zu bilden, zu verbreiten und zu legitimieren, 3. Dadurch „Divide et impera – Teile und herrsche Prinzip“ umsetzen.
Erfolgschancen: begrenzt, denn es ist ein künstliches Konstrukt, welches der Realität nicht gerecht werden kann, weil u.a. die Absichten nicht rein sind.
Mein Appell: Wir Muslime müssen selbst was tun, mit eigenen Zielsetzungen, Strategien und Handlungen!  

Ra Uf
Die Unterzeichner der Gründungserklärung haben es verstanden, sich zusammenzuschließen und in der Politik mitzumischen. Es liegt ja auf der Hand, dass sie sich profilieren möchten, wofür sie dementsprechend auch bereit sind von der Politik instrumentalisiert zu werden. Diese Tatsache hat sich in den vergangenen Jahren angebahnt und war eindeutig vorherzusehen. Die Frage, die ich mir stelle ist, wieso haben andere muslimische Verbände und Verantwortliche dies nicht kommen sehen? Ist es nicht ein Zeichen dessen, dass die muslimische Verbände untereinander starke Differenzen haben und eben nicht in der Lage sind, sich bei bestimmten Themen zu einigen? Es zeigt doch nur auf, dass die muslimische Verbände irgendetwas falsch gemacht haben müssen, weshalb die KAS lieber mit den Liberalen Kräften arbeiten und andere Verbände ausschließen…  

Eren Güvercin
Interessante Entwicklung: Nachdem die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der FES die Mahnwache des ZMD schon finanzierte, hilft sie jetzt auch bei der Gründung eines sog. „Muslimischen Forums Deutschland“. Für sich wirbt man mit Labels wie „humanistisch“ und „liberal“ und unterstellt den Moscheegemeinden dies eben nicht zu sein.
Erstaunlich bei diesem politisch-ideologischen Eingriff in die inneren Angelegenheiten einer Religionsgemeinschaft ist, dass die Öffentlichkeit und die Medien die Auslandsfinanzierung so eifrig problematisiert, aber gegenüber den viel dominanteren Einfluss der Inlandsfinanzierung von Randphänomenen innerhalb der muslimischen Community stumm bleibt.
Mal schauen, wer von muslimischer Seite das offen kritisieren wird, oder wer dazu so alles schweigen wird, um alle Optionen sich frei zu halten. Eigentlich bräuchte es eine gemeinsame Reaktion darauf von Verbänden, Hochschulgruppen (die sog. Elite mit gebündelter Kompetenz) und Initiativen… Oder sind Projektgelder, Stipendien etc. wichtiger?  

Sulaiman Wilms
Wie kommt eigentlich eine deutsche Parteistiftung (u.a. von Steuergeldern finanziert) dazu, ihr genehme muslimische Strukturen bzw. Events zu finanzieren? Vergleichbar solchen Projekten wie qantara.de uder Ufuk wird hier von der institutionellen Seite her in muslimische Belange und Diskurse eingegriffen. Eigentlich ein Skandal.  

Murat Kayman
Die Moscheegründer der ersten Generation haben sich die Kosten für ihre Gebetsräume buchstäblich vom Mund abgespart. Und diese intellektuellen Humanisten schaffen es nicht mal, sich auf eigene Kosten zusammenzusetzen. Das wird auf so vielen Ebenen eine Selbstdemontage.  

Chef der IZ Sulaiman Wilms erklärte gestern Abend nur kurz in einem fb-Statement auf den Hinweis von Eren Güvercin, Journalist aus Köln, welcher im fb-Thread dazu meinte: […]“ Und auf eins ist Verlass: Muslime und ihre Vereine, Verbände und Theologen schweigen zu diesem Spiel…“ […] konnterte er Wilms dazu: […]“ Wenn es jetzt ein Gremium gäbe, in dem Muslime solche Dinge diskutieren könnten.“[…] Worauf Güvercin etwas lächelnd-säuerlich mit einem […] „wenn …“ […] reagierte.
Hier noch als letztes Beispiel wie Alp Uçkan Internetaktivist dies auf interessante Weise kommentierte: […]“*erbos, erbos*, *empör, empör*, *provoziert werd, provoziert werd*, *andere Leut verurteil, verurteil*, *senf abgeb, senf abgeb*, *gut fühl, gut fühl* […]Gründungserklärung  

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